Fußwallfahrt Kottenheim
Fußwallfahrt Kottenheim

Bericht der Wallfahrt 2018

Kottenheimer pilgerten zum 324. Mal nach Bornhofen zum Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes

Die traditionsreiche Fuß-Wallfahrt begann wie in jedem Jahr am 07. September, dem Tag vor dem Hochfest „Maria Geburt“, frühmorgens halb sechs in der heimatlichen Pfarrkirche St. Nikolaus in Kottenheim.

Pastor Ralf Birkenheier feierte mit den Gläubigen das Pilgeramt und sandte sie anschließend mit Gottes Segen auf den Weg.
Die vier amtierenden Brudermeister der „Marianischen Bruderschaft Kottenheim“ durften anschließend am altbekannten Treffpunkt am Friedhof zahlreiche Pilgerinnen und Pilger begrüßen. Besonders freute man sich auch in diesem Jahr wieder über einige "Erstpilger", die sich der traditionsreichen Wallfahrt anschlossen.
Um 6:20 Uhr startete dann mit dem ersten gemeinsamen Gebet aus dem Pilgerbuch bei trockenem Wetter die ca. 42 Kilometer lange Fußwallfahrt zum Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes nach Bornhofen. Der 1. Brudermeister, in diesem Jahr war dies Alexander Drefs, gab mittels Brudermeisterstab dann das Signal für das Beten des ersten Rosenkranzes, dem noch viele weitere bis zum Ziel folgen sollten.

Die 1. Wegstrecke führte den Pilgerzug über Hausen und Nettesürsch bis nach Polch.

Nachdem sich in Hausen noch weitere Pilger der Wallfahrt angeschlossen haben, wurden am Hausener Viadukt 75 Pilger gezählt, die mit auf dem Weg waren.

Die erste Rast und Frühstückspause haben wir - wie bereits im vergangenen Jahr - in Polch im Alten Bahnhof eingelegt, wo man sich mit Kaffee und belegten Brötchen für den weiteren Weg stärken konnte.
Der Weg führte uns dann weiter über das Maifeld. An einer alten, kleinen Kapelle am Wegesrand zwischen Polch und Gappenach wurde dann kurz innegehalten und Brudermeister Christoph Kranz gab einen "Impuls" für den weiteren Tag.
Bei der nächsten kurzen Rast in Kalt wurde die Pilgerschar am „Kalter Kappelchen“ wieder vom Kalter Ortsbürgermeister Willi Probstfeld mit Kaffee, kühlen Getränken und frisch gebackenen Nussecken zu einem kleinen Imbiss erwartet - eine mittlerweile lieb gewonnenen Tradition und willkommene Stärkung.

Auf dem weiteren Weg wurde oberhalb von Löf an der einsam am Waldrand gelegenen „Kehrkapelle“ kurz nach halb zwölf Uhr innegehalten und gemeinsam der „Engel des Herrn“ gebetet, ehe es durch das kühle Nachtigallental hinunter zur Mosel ging.
Über die Moselbrücke in Löf erreichte man dann die schmucke Ortschaft Alken auf dem rechten Moselufer.
Dort wurden die Pilger - wie nun schon seit 29 Jahren - durch die Alkener Schützengesellschaft mit „Äerwessopp unn Wühschtsche“, aber auch mit Kaffee und Kuchen oder dem ein oder anderen Kaltgetränk, bewirtet. Trotz Terminhatz traf auch Pastor Birkenheier rechtzeitig ein, um zu Beginn der Mittagspause einen weiteren neuen Pilgerstein einzusegnen, der gegenüber dem Alkener Schützenhaus aufgestellt ist.

Nach der Pause in gewohnt herzlicher Atmosphäre machte man sich betend und singend auf den steilen Anstieg entlang des ruhig vor sich hin plätschernden Alkener Bachs bis hinauf nach Pfaffenheck. Dabei schallte neben Rosenkranz und Vaterunser auch das ein oder andere Kottemer Heimatlied durch den Wald.
Nach kurzer Pause an der Kirche in Pfaffenheck überquerte man die Autobahn 61.

Ehe es hinunter in Richtung Bopparder Wald und vorbei am „Roten Kreuz“ ging, luden die Brudermeister die Pilger auf dem großen Wanderparkplatz nochmals zum kurzen Innehalten und einem Gebet ein.
Darauf folgte dann der steile Abstieg bis hinunter ins Mühltal, wo am Fuße der "Bopparder Himmelsleiter" die letzte planmäßige Rast eingelegt wurde. Von dort sind es nur noch wenige Kilometer durch das Mühltal bis zum Schiffsanleger am Bopparder Rheinufer.

Dort angekommen, wurde, begleitet vom ersten, dafür aber umso heftigeren, Regenguß des Tages, das bereits am Anleger bereitstehende Pilgerschiff „Rheinkrone“ bestiegen und in 25-minütiger Fahrt an Kamp vorbei bequem bis nach Bornhofen übergesetzt.
Die Brudermeister waren froh, daß trotz des witterungsbedingt geringen Wasserstandes des Rheins problemlos in Bornhofen angelandet werden konnte. So brauchte man nicht auf Plan B zurückgreifen. Man hatte schon befürchtet, die Pilger einzeln oder in Kleingruppen mit dem Ruderboot übersetzten zu müssen, natürlich - Ehrensache - mit den Brudermeistern an den Riemen.

Am Schiffsanleger von Bornhofen wurden die Wallfahrer von einer Vielzahl von Freunden und Bekannten, sowie Pater Eryk aus dem Kloster Bornhofen erwartet, die die letzten Meter bis zur Pilgerhalle und zum Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes mit zurücklegten, begleitet von feierlichem Glockengeläut und dem 2. und gleichzeitig letzten Regenguss des Tages.

Die aktive Amtszeit eines Kottenheimer Brudermeisters beträgt  4 Jahre. Der Tradition folgend wurde auf der Rheinüberquerung von Boppard nach Bornhofen aus der Mitte der männlichen Pilger ein neuer Brudermeister gewählt.

Für den ausscheidenden Brudermeister Alexander Drefs wurde Simon Kaiser zum neuen Brudermeister berufen.
Die Übergabe des Pilgerstabes erfolgte dann nach der Ankunft in Bornhofen im Rahmen der kurzen feierlichen Dankandacht, die von Diakon Andreas Hammes aus Boppard in der großen Pilgerhalle gehalten wurde. Die Wallfahrtskirche konnte in diesem Jahr wegen der Generalsanierung leider nicht genutzt werden. Neuer 1. Brudermeister wurde turnusgemäß Martin Hoffmann.

Der älteste Fußpilger, der die ganze Strecke mitging, war in diesem Jahr 81 Jahre, der Jüngste 20 Jahre
29 Wallfahrer - darunter drei der derzeit amtierenden, sowie einige "Alt-Brudermeister" der vergangenen Jahre - übernachteten in Bornhofen. Damit setzt sich ein seit einigen Jahren anhaltender erfreulicher Trend fort. Die Pilger verbrachten nach einem gemeinsamen Abendessen einen gemütlichen Abend in
einem Bornhofener Lokal. Dort klang der anstrengende Tag in fröhlicher Stimmung mit dem ein oder anderen "Kottemer Lied" aus.
Am nächsten Morgen, dem 08. September, dem Fest Maria Geburt, waren alle bis auf den ein oder anderen Muskelkater wieder „fit“.

Nachdem die Buspilger und auch der am Vortag neu gewählte Brudermeister Simon Kaiser aus Kottenheim pünktlich eingetroffen waren, zelebrierte Kaplan Dominic Lück in der Pilgerhalle das festliche Hochamt, diesmal unterstützt von zwei Lektoren und sechs Messdienern aus den Reihen der Brudermeister und Pilger.

Zu einer weiteren, schönen Pilger-Tradition der Kottenheimer gehört es, das Mittagessen auf Burg Liebenstein einzunehmen, der höchstgelegenen Burg am Mittelrhein. Hier verbrachte man im sonnigen, wenn auch etwas windigen, Burggarten ein paar schöne Stunden.
Aber natürlich wurden auch die Pilger-Pflichten nicht vergessen! Um 15:00 Uhr fand der Aufenthalt am Wallfahrtsort mit einer von Pater Eryk gehaltenen feierlichen Andacht  sein Ende.Anschließend brachte der Bus die Wallfahrer dann zurück nach Kottenheim. Am heimischen Bahnhof versammelten sich bereits vor 18:00 Uhr viele Bürger, um die Pilger willkommen zu heißen.

In feierlicher Prozession, angeführt von einer Schar von Messdienern mit Kreuz und Fahnen, und Marienlieder singend, ging es dann Richtung Pfarrkirche.
Mächtig klangen Orgeltöne durch das Gotteshaus und alle Glocken läuteten, als die Gläubigen in die Kirche einzogen.
Mit einer von Leo Thömmes gehaltenen Wortgottesfeier ging dort die 324. Bornhofenwallfahrt zu Ende.
Der neue 1. Brudermeister, Martin Hoffmann, berichtete in einer kurzen Ansprache über den Verlauf der Wallfahrt und überreichte Herrn Thömmes anschließend zum Dank je eine mitgebrachte rote und weiße Traubenrebe. Auch dies ist eine langjährige Pilger-Tradition, die natürlich weiterhin von der Bruderschaft in Ehren gehalten wird, ebenso wie die süßen „Bornhofen-Wecken“, die die Brudermeister nach der Segnung mit Weihwasser an Klein und Groß verteilten.

Die Brudermeister Martin Hoffmann, Marcus Ott, Christoph Kranz und Simon Kaiser laden bereits jetzt herzlich zur 325. Wallfahrt am 07. und 08. September 2018 (Samstag/Sonntag) ein und würden sich wieder über zahlreiche Teilnehmer freuen.

Ein besonderer Dank der Bruderschaft gilt allen Personen, die diese traditionsreiche Wallfahrt, in welcher Form auch immer, unterstützen. Sei es als Geistliche bei der Gestaltung der Gottesdienste und Andachten, als Mitpilger, als „Fahrdienst“, als Spender und Förderer, etc.

 

 

Martin Hoffmann, 1. Brudermeister

 

 

HB 28.09.2018

 

Pilgerstein in Kottenheim aufgestellt

Neuer Pilgerstein aus Basaltlava

 

Dank eines hervorragenden Einfalls  und der Spende von 2 aktiven Brudermeistern wurde am 02.09.2017 am Kottenheim Friedhof ein Pilgerstein aus Balsalt aufgestellt.
Dieser als Zeugnis einer traditionellen Wallfahrt  gedachte Basaltstein wurde durch den Kottenheimer Steinmetz Ralf Bell-Schäfgen geschaffen.
Ab diesem Jahr wird man sich dort von den Pilgern zum Beginn der Wallfahrt treffen und zuvor gemeinsam ein Gebet sprechen.

Ein herzliches Dankeschön an die Spender und den Künstler.

 

 

 

 

fdR 05.09.2017 HB

Neues Pilgerbuch erhältlich

Das Pilgerbuch ist für die gesamt Wallfahrt konzipiert und beinhaltet alle Gebete und Lieder vom ersten Tag der Frühmesse bis zum feierlichen Rückkehramt in Kottenheim.
Das Heftchen wird zum Preis von 2,- € von den Brudermeistern ausgegeben.

 

 

 

fdR 05.09.2017 HB

Pilgerstein am Kalter "Kapellchen)

Bereits am 04.08.2017 wurde an der Kapelle in Kalt ein Gedenkstein, erinnernd an die Pilger der Marianischen Bruderschaft aus Kottenheim aufgestellt.
Seit Jahren findet an dieser Kapelle eine kurze Vesperrast statt, die frische Kräfte für den weiteren Weg hinunter zur Mosel mobilisiert.
Der Stein wurde vom Kalter Steinmetz Franz-Josef Esch aufgrund Initiative und Spende von 2 aktiven Brudermeistern geschaffen.

Den Beteiligten für die Idee, Umsetzung und Gestaltung einen herzlichen Dank.

 

 

 

 

fdR 05.09.2017 HB

Spende der KKG  Kottenheim

Die fröhliche Wallfahrt

KKG unterstützt die Marianische Bruderschaft

 

Im vergangenen Jahr - beim alljährlichen "Glühwein am Stein" wurde beim Zusammensein der Mitglieder der Karnevalsgesellschaft 1913/14 e.V. zu einer Spende für die Bruderschaft aufgerufen.

Der im Rahmen dieser Spende eingenommene Betrag speist sich nicht nur aus der Zuwendung der KKG Mitglieder, sondern wurde durch eigene Vereinsmittel zu einem großzügigen "närrischen" Betrag aufgerundet.

Die Spendenübergabe erfolgte durch den Vorsitzenden der KKG Marc Bell-Schäfgen und deren Geschäftsführer Thomas Konrad an die amtierenden Brudermeister.

Einen herzlichen Dank an die Verantwortlichen der KKG und deren Mitglieder für die Spende und die glänzende Idee.

 

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© Hans Bell